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Hauch der Antike – zeitgenössischer Schmuck inspiriert aus der Antike

22. Mai, 18:00 - 8. Juni, 15:00

„Speerspitzen zu Saatkörnern“

Wie ein roter Faden ziehen sich die Regeln von Herstellung, Komposition und Bedeutung von Schmuck durch die Geschichte seit der Antike.

Schmuck aus Edelmetall – besonders aus Gold – fasziniert Menschen seit Jahrtausenden. Schon in der griechischen und römischen Antike wurden herausragende Schmuckstücke gefertigt. In dieser Zeit wurde auch die Basis unserer heutigen Schönheitsideale gelegt. So empfindet unser Auge z.B. den von der griechischen Philosophenschule der Pythagoreer entdeckten Goldenen Schnitt noch immer als harmonisch und schön.
In München haben wir einen ganz besonderen Schatz an antiken Schmuckstücken meisterhafter Qualität – die Exponate der Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz.
Diese Sammlungen stellen ein Museum von Weltruhm dar, das in jedem seiner einzelnen Bereiche eine Vielzahl einmaliger, ungewöhnlicher und in ihrer Qualität überragender Objekte beherbergt.
Viele Schmuckstücke der Griechen, Etrusker und Römer, die in den Münchner Antikensammlungen beheimatet sind, zeichnen sich durch eine überwältigende Feinheit der Arbeit aus. Verwendet wurden dünnste Golddrähte und staubähnliche Granulationen, wie sie heute nur von wenigen Meistern der Goldschmiedekunst hergestellt werden können.
Doch sollte antiker Schmuck nicht nur schmücken, es wurden auch Botschaften an Menschen und Götter übermittelt. Durch das Tragen z.B. von Ohrgehängen in Form des Liebesgottes Eros übertrug sich die Macht der Gottheit auf die Trägerin.
Ist das heute anders?
Aktuell und noch bis zum 10. Juni 2019 zeigen die Staatlichen Antikensammlungen eine Sonderausstellung des Hamburger Schmuckkünstlers Wolfgang Skoluda, der antike Elemente in seine Schmuckstücke integriert. Die Ausstellung gibt einen Überblick über die lange Schaffensperiode dieses herausragenden Schmuckkünstlers und zeigt eine Vielzahl seiner Arbeiten –, harmonische Symbiosen von Antike und Gegenwart.
Mit freundlicher Unterstützung von Frau Dr. Fendt von den Staatlichen Antikensammlungen München, zeigt die Galerie Scheytt in Schwabing, vom 22. Mai bis zum 8. Juni 2019 eine Ausstellung zeitgenössischer Schmuckstücke, bei deren Gestaltung sich Goldschmiede von der Antike inspirieren ließen. Dieser „Hauch der Antike“ ist in den Kreationen zu spüren– sei es durch verwendete Technik, Form, Materialien oder aufgrund von Mythologien.
Cornelia Roethel, Adelheid Helm und Pura Ferreiro zeigen aktuelle Arbeiten mit der Jahrtausende alten Technik der Granulation.

Kugel, Granulation, Cornelia Roethel, Foto: Ralf Kapfer
Kugel, Granulation, Cornelia Roethel, Foto: Ralf Kapfer

Kugel, Granulation, Cornelia Roethel, Foto: Ralf Kapfer

Anhänger, Pura Ferreiro, Foto: Philipp Mansmann

Anhänger, Pura Ferreiro, Foto: Philipp Mansmann

„Die Granulation ist eine 4500 Jahre alte Ziertechnik des Goldschmiedehandwerks und vermag noch heute Schmuckschaffende und Schmuckliebhaber gleichermaßen zu faszinieren. Bis zu 0,25 mm kleine goldene Kügelchen werden auf einer ebenfalls goldenen Fläche zu Mustern angeordnet und aufgeschweißt. Die winzigen Kugeln scheinen fast verbindungslos auf der Oberfläche aufzuliegen und einfallendes Licht wird seidig glänzend in alle Richtungen reflektiert. Die Königsdisziplin der Goldschmiedetechniken verweist zum einen eindrucksvoll auf ihren antiken Ursprung und andererseits bereichert sie bezaubernd strahlend zeitgenössische Schmuckideen.“ Pura Ferreiro M.A.

©Staatliche Antikensammlungen, fotografiert von Renate Kühling

Bei Katinka Neuner werden die sog. Speerspitzen zweier griechisch-antiker Colliers aus der Sammlung James Loeb in den Staatlichen Antikensammlungen im Gestaltungsprozess zu Saatkörnern, verarbeitet als Ohrhänger oder Kette.

 

Ohrringe Saatkörner, Katinka Neuner

 

Brosche, Claudia Liedtke

Brosche, Claudia Liedtke

Claudia Liedtke, Schülerin von Wolfgang Skoluda, nutzt Schrift, Worte, ganze Gedichte als gestalterische Elemente in ihren Arbeiten.
Buchstaben wurden bereits bei den Römern als Botschaften in Schmuck eingeschlagen, wie z.B. Treueringe aus der Zeit des Kaisers Marc Aurel oder Kaisers Konstatin in den Staatlichen Antikensammlungen zeigen.

Armband, handgestrickt, Danièle Brown
Zitat: „Ich kam auf die Idee bei einem Besuch der Villa Giulia in Rom, die als Museum die Funde der Etrusker vom Tontopf über Stoff, Schmuck bis zum Zahnersatzaus Elfenbein mit Gold beherbergt.“

Ohrringe von Albrecht Scharf, das Design entstand nach der Fibonacci Folge, die schon im alten Griechenland bekannt war.

Monika Vesely, Armreif „Locken“, inspiriert von Fundstücken der Phöniker aus Karthago.

Imogen Rizkova verwendet den in der Antike beliebten Edelstein Karneol.
Außerdem gestaltet sie Ringe mit Edelsteinen als Intaglio geschnitten mit Siegelfunktion oder mit Kameen in erhöhtem Relief.

Frank Rücker prägt Amor und Zentaur in Eisen. Geschwärzt stellt es einen reizvollen Kontrast zum von ihm kombinierten 900/- Gold dar.

Gabriela Fink, Kette Lapis Lazuli, Gold:

Zitat: „…da der Lapislazuli bereits im alten Ägypten viel verarbeitet wurde, wollte ich mich von der Formensprache dieser Zeit anregen lassen um sie in ein zeitgenössisches Schmuckstück umzusetzen.
Ich entschied mich für die Form der Lotos-Blüte, eine häufig verwendete Symbolform, die man beispielsweise auch im Pektoral des Tutanchamun reliefartig findet.
Für mein Collier entschied ich mich aus gestalterischen Gründen für vollplastische, dreidimensionale Hohlkörper in Form einer stilisierten Lotosblüte, da sich diese als Zwischenteile harmonischer mit der Form der Lapislazuli-Teile kombinieren ließen.“

Ein Prunkstück der Staatlichen Antikensammlungen ist der Kranz von Armento,

©Staatliche Antikensammlungen, fotografiert von Renate Kühling

©Staatliche Antikensammlungen, fotografiert von Renate Kühling

Jutta Kulik zeigt Stücke aus Ihrer Serie „München an der Hand“.

Gold, Safire und Diamanten auf Acryl.

 

Bienen Ohrringe von Laura Siebauer, Foto: Sophie Bergmann

Bienen Ohrringe von Laura Siebauer, Foto: Sophie Bergmann

Bienen, im antiken Griechenland als „Vögel der Muse“ bezeichnet und mit Vorstellungen von Unsterblichkeit verbunden, hier als Ohrringe von Laura Siebauer.
Die Ausstellung zeigt zahlreiche Beispiele an modernen Schmuckstücken, die mehr sind als Dekoration, nämlich Ausdruck unserer Kultur und schmückendes Mittel zur Kommunikation zwischen der Trägerin und ihrem Gegenüber.
Die weltberühmte Trinkschale des Dionysos inspirierte zu einer hauchdünnen Kette, an der Delfine zart den Hals der künftigen Trägerin umkreisen.
Alle Schmuckstücke sind in der Galerie Scheytt zu sehen und können dort zu den regulären Öffnungszeiten erworben werden.
So unterschiedlich die Schmuckstücke auch sind, eines vereint sie: sie benötigen keine künstlerische Provokation um modern zu sein, sondern unterstreichen mit den Idealen der Antike die Persönlichkeit ihrer Trägerin – in zeitloser Schönheit.

Die Ausstellung wird am 22. Mai um 20 Uhr eröffnet. Einlass ab 19:30 Uhr.
Zuvor haben Sie die Möglichkeit an der Kuratorenführung mit Dr. Astrid Fendt in den Antikensammlungen am Königsplatz um 18 Uhr teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. In den Staatlichen Antikensammlungen ist der reguläre Eintritt zu bezahlen, eine Sondergebühr für die Führung fällt nicht an.

Seien Sie gespannt, was die Antike heutiger Schmuckkunst einhaucht.

 

Beitragsbild: drei Medaillons von Pura Ferreiro, Foto: Philipp Mansmann

Veranstaltungsort

Staatliche Antikensammlung und Galerie Scheytt